Dr. Ingvild Richardsen präsentiert Grete Weils wiederentdeckten Roman in Paris
Wir freuen uns außerordentlich, Ihnen heute von einem herausragenden internationalen Erfolg und einer ganz besonderen Honorierung wissenschaftlicher Arbeit berichten zu dürfen.
Unsere Koordinatorin, Dr. Ingvild Richardsen, folgte im Juni einer hochkarätigen Einladung nach Frankreich. Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, gastierte sie im weltberühmten Musée d’art et d’histoire du Judaïsme (MAhJ) in Paris.
Diese Einladung des renommierten jüdischen Museums – in direkter Kooperation mit dem Goethe-Institut Paris – versteht sich als eine tiefgreifende persönliche Anerkennung ihrer Person sowie ihrer wegweisenden Forschungsleistungen rund um das literarische Erbe von Grete Weil und das jüdische Erbe in Bayern.
Anlass der Buchpräsentation und des fachlichen Austausch war das Erscheinen der französischen Übersetzung (Le Chemin de la frontière) bei der renommierten Éditions Gallimard. Im Herzen von Paris führte sie im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung ein literarisches Gespräch mit der bekannten französischen Journalistin Christine Lecerf.
Nähere Informationen zur Veranstaltung und dem Programm in Paris entnehmen Sie bitte direkt der Webseite des Musée d’art et d’histoire du Judaïsme (MAhJ):
Die Hintergrundgeschichte zur Entdeckung und dem weltweiten Erfolg
Während des Corona Lockdowns 2020 fand Ingvild Richardsen einem Münchner Archiv ein halb verblichenes Typoskript. Es handelte sich um einen unveröffentlichten Roman der Münchner Schriftstellerin und Widerstandskämpferin Grete Weil(ihre Vorfahren stammen aus Bayerisch Schwaben).
Diesen Roman hatte sie 1944 im Exil in Amsterdam im Widerstand, versteckt bei einem Freund im Haus, geschrieben.
Ingvild Richardsen erkannte sofort dessen Genialität und internationale Bedeutung:
Vergeblich hatte Grete Weil versucht ihn sofort nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu veröffentlichen. 1945 schrieb sie an der Schriftsteller Bruno Frank in die USA:
„Ich habe in den eineinhalb Jahren, die ich in einem Zimmer saß, ein Buch geschrieben; es liegt mir viel, es liegt mir unendlich viel daran und eigentlich ist es das einzige, was mich am Leben erhalten hat und noch erhält. ….Ich weiß die Schwierigkeiten sehr genau, die heute bei einem Buch bestehen, das in deutscher Sprache geschrieben ist und zwischen 1923 – 34 in Deutschland spielt. Darf ich es Ihnen schicken? „
Bruno Frank war 4 Wochen zuvor verstorben bereits tot, was sie nicht wusste. Sie, die erst als alte Frau in Deutschland Anerkennung als Schriftstellerin fand, schaffte es zeitlebens nicht diesen Roman genialen Roman zu veröffentlichen.
2022 gelang es Ingvild Richardsen den Roman mit ihren Forschungen imMünchner Beck Verlag herauszugeben.
Bereits vor Erscheinen des Romans gab es in den Niederlanden und in Frankreich eine „Auktionsschlacht“ um die Übersetzungsrechte.
Die niederländischen und französischen Verlage erkannten sofort die internationale Bedeutung des Romans.
2022 durfte Ingvild Richardsen das Buch zuerst in den Niederlanden präsentieren, in Amsterdam und in Den Haag in der Deutschen Botschaft. 2023 folgten Buchpräsentationen im Literaturhaus München und im Literaturforum des Brechthauses in Berlin. Im Frühjahr 2023 erschien das Buch auf niederländisch beim bekannten Meulenhoff Verlag in Amsterdam.
Letztes Jahr erschien der Roman auch beim berühmten französischen Verlag Gallimard in Frankreich.
Hier auch ein Link zu einer damit verbundenen Radiosendung mit Ingvild Richsrdsen:
Ausblick: Radiosendung im Juli
Am 27. juli mache ich in br Heimat 3 Stunden eine Radiosendung zu Grete Weils Buch und zur Kohn Ausstellung in Augsburg


