„Heute, am Sonntag 1.3.26 gab es in der Veranstaltung des Heimatvereins in Höchstädt an der Donau eine Präsentation mit Vortrag und Lesung des Buches „Spaziergang durch die jüdische Geschichte in Höchstädt an der Donau“ im übervollen Vortragssaal des Spitalforums in der Friedrich-von Teck-Straße. Zur Einleitung begrüßte Herr Bernhard Veh das Publikum. Er vertrat den wegen einem Krankheitsfall in der Familie leider nicht anwesenden Thomas Veh, der mit seiner Gattin Gislind Scherer-Veh die Veranstaltung in vollendeter Perfektion vorbereitete. Ihm folgten Herr Kapfer als 2. Vorsitzender des Netzwerkvereins und Herr Karg als Bürgermeister von Höchstädt.
Autor Yehuda Shenef verwies in seiner Einführung zunächst auf „Josel von Höchstädt“, jenem rabbinischen Gelherten und Kommentator aus dem 15. Jahrhundert, der gute 600 Jahre vor unserer Zeit, nämlich im Jahre 1430 in Höchstädt geboren wurde und gegen Ende des Jahrhunderts in seinem talmudischen Kommentarband auch viele Details aus seinem Leben schildert und dabei auch in zwei Passagen seinen Geburtsort Höchstädt an der Donau (damals hebräisch notiert als: HoSchtet am Fluss Donai) erwähnte. Shenef dankte sodann dem Ehepaar Scherer-Veh, für die herzliche Gastfreundschaft im vergangenen Jahr die ihm bei seinem Recherchen geholfen hätten, die bald dreihundertjährige Abstinenz einer jüdischen Gemeinde vor Ort zu überbrücken. Er dankte auch Herrn Kapfer und inbesondere Frau Dr. Invild Richardsen vom Netzwerk-Verein, da letztere ihn erst dazu „verleitete“, aus seinen eher nebenbei gewonnenen Erkenntnissen zur Geschichte der Juden in Höchstädt einen Bericht, bzw. einen „Spaziergang“ für den „Netzwerk-Verein“ und für die „Bayerische Landeszentrale für politische Bildung in Bayern“ (BLZ) zu verfassen, was letztere in Kürze online stellen wird. Als Buch erschien sein Werk bereits im Herbst 2025. Schließlich dankte Yehuda Shenef auch noch seinem Freund und Mitglied des JHVA, Herrn Dr. Christian Kreikle, seines Zeichens seit vielen Jahren tätig als Lehrer in Höchstädt und Herrn Emil Veh, als Bewohner der früheren „Judenschul“ am Judenberg in Höchstädt, der im letzten Jahr Shenef Zutritt zum Haus gewährte und bereitwillig alle Fragen beantwortete.
Es folgte ein ausführlicher Streifzug, eine kritische Bestandsaufnahme darüber, was sich anhand von Schriften und Akten über die Geschichte der Juden in Höchstädt, im Zeitraum zwischen 1290 und 1741 belegen lässt und noch ermitteln lässt. Das ist oft wenig, manchmal erstaunlich viel, je nachdem was man liest, wo man forscht, was man selbst kennt und auch versteht.
Die Besonderheit die Höchstädt für sich beanspruchen darf besteht nun eben auch gerade in der Existenz des Josel von Höchstädt, der hier geboren wurde als Sohn seines Vaters Mosche (Moses), der selbst 28 Jahre hier wohnte und Haus und Garten mit Birn- und Apfelbäumen besaß. Josel von Höchstädt notiert in seinem Werk „Leket Joscher“ (Sammlung der Rechtschaffenheit), welches eigentlich einen zweibändigen Kommentar zu den Lehren seines Wiener Lehrers darstellt, eine große Anzahl aus Einblicken in das Leben der Juden zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Sein Bericht ist als eines der wenigen authentischen Zeugnisse in der vielleicht originalen Handschrift als Exponat in der Bayerischen Staatsbibliothek erhalten geblieben (und online einseh- und mitlesbar).
Zu guter Letzt bot der Autor noch einen Rundgang durch den Ort und zeigte auf, wo die jüdische Schul (Lehrhaus und „Synagoge“), die „Teicht“ (Tauchbad oder Mikwe) und der Friedhof lokalisiert werden konnten.
Nach den Klezmer-Klängen von Giora Feidman zu Beginn der Veranstaltung entschied sich die technische Betreuerin der Veranstaltung dann noch dazu zum Ausklang den biblischen Psalm 136 in der Vertonung des Redners darzubieten. (https://www.youtube.com/watch?v=0XMmRes5wNA)
Aus dem interessierten Publikum gab es dann noch eine Reihe von fachkundigen Fragen an den Autor, schließlich auch Buchkäufe und Autogrammwünsche. Die gut sechzig Besucher waren wie Veranstalter und Bürgermeister offenkundig zufrieden mit der gut hundertminütigen Veranstaltung, die mit Präsenten und Pressefotos zu Ende ging.“
(ester veena)
Einige Bilder der Veranstaltung:
Die Bilder 1-6 sind von Dr. Ingvild Richardsen, Bild 7 ist Dr. Christian Kreikle.
Bild 6: Li na Re: Bürgermeister Stephan Karg, Dr. Christian Kreikle, Anton Kapfer, Yehuda Shenef, Emil Veh, Gislind schrer-Veh, Bernhard Veh
